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| Der R(ichtige)-Wert |
Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Das gilt ganz besonders für das System aus Schlafsack und Isomatte. Die wärmste Daunentüte nutzt nichts, wenn die Unterlage den Körper nicht ausreichend gegen die Bodenkälte abschirmt. Wie gut das eine Matte schafft, verrät ihr R-Wert. Der R-Wert beschreibt, wie hoch der so genannte Wärmedurchgangswiderstand eines Materials ist. Das klingt kompliziert, ist aber in der Praxis ganz einfach. Je höher der Wert, umso besser isoliert das Material. (Wer sich für die Details interessiert, findet hier oder dort weitere Informationen.) Für Isomatten zeigt die nebenstehende Abbildung, welchen R-Wert man für welche Bodentemperatur braucht. Dabei ist zu beachten, dass das Diagramm für durchschnittlich kälteempfindliche Personen gilt. Wer leicht friert, braucht eine etwas höhere Isolierung, unempfindlichen Trekkern dagegen reicht ein kleinerer R-Wert. Die drei rot umrandeteten Punkte sind Messwerte für EVAZOTE®-Matten. EVAZOTE® ist ein geschlossenzelliger Schaumstoff, der für hochwertige Isomatten verwendet wird. Mit nur 4 mm Dicke reicht die Isolierung bis ca. 5°C, also für Sommertouren. Ist man im Dreijahreszeitenbereich unterwegs, sollte es mindestens ein R-Wert von 2.2 sein, der bis zur Frostgrenze ausreichend isoliert. Eine 8 mm dicke EVAZOTE®-Matte (R=2.6) ist dafür ideal. Für Wintertouren empfiehlt sich eine Dicke von 16 mm. Alle angegebenen Werte beziehen sich auf einfache Matten ohne eine spezielle Oberflächenstruktur. Durch geschickte Formgebung (Rillen, Waben, "Eierkarton") läßt sich die Isolationsfähigkeit steigern, ohne dass die Matte schwerer wird. Der Effekt beruht darauf, dass in den Hohlräumen Luft eingeschlossen wird, die ein guter Isolator ist. Produktbeispiele hierfür sind die Modelle Z-Lite® oder RidgeRest® von Therm-a-Rest. Manchmal ist es sinnvoll, zwei Isomatten zu kombinieren, z.B. eine Schaumstoffmatte unten und darüber eine aufblasbare für zusätzlichen Komfort. Aber welche Isolationsfähigkeit haben die beiden dann zusammen? Zum Glück ist die Rechnung nicht kompliziert. In erster Näherung kann man die R-Werte einfach addieren. So wird aus einer 4 mm dicken EVAZOTE-Matte (R=1.3) und einer Therm-a-Rest Prolite 3 (R= 2.2) eine Unterlage, die R=3.5 erreicht. Das entspricht einer Grenztemperatur von ca. -8°C. Auch die Bodenbeschaffenheit unter dem Schlaflager spielt eine Rolle. Etwas Laub, Gras oder dünne Zweige unter der Isomatte bzw. dem Zelt erhöht die Isolierung enorm. Durch geeignete Zeltplatzwahl und etwas Vorbereitung kann man den Schlafkomfort deutlich verbessern, so dass eine dünnere und leichtere Matte ausreicht.
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