| Benutzer online |
Gäste online: 2
Keine Mitglieder online
Registrierte Mitglieder: 1,899
Unaktivierte Mitglieder: 166
Neustes Mitglied: ponchobrother
|
| Login |
Noch kein Mitglied? Klicke hier um dich zu registrieren.
Passwort vergessen? Fordere hier ein neues an
|
digg
del.icio.us
furl
spurl
blinklist
reddit
yahoo
blinkbits
blogmarks
de.lirio.us
smarking
|
| Trekkingstöcke selbstgebaut |
Trekkingstöcke sind nicht nur etwas für reife Wandergruppen mit beginnenden Gleichgewichtsstörungen. Auch viele Outdoorprofis laufen vierbeinig durch die Natur. Die Vorteile liegen auf der Hand: Entlastung der Beine und Kniegelenke, Sicherheit in schwierigem Gelände und nicht zuletzt auch Gewichtsersparnis. Denn Trekkingstöcke sind nicht nur beim Gehen nützlich. Man kann sie als Tarpstangen verwenden und manche Zelte sind so konstruiert, dass anstatt eines separaten Gestänges ein oder zwei Stöcke zum Aufbau ausreichen.
Die folgende Anleitung zeigt, wie man sich mit einfachen Mitteln ein Paar Carbonstöcke bauen kann, die mit ca. 100 g pro Stock nur ein Drittel(!) von dem wiegen, was kommerzielle Modelle auf die Waage bringen. Bei diesem Gewicht sind sie sogar schwimmfähig!
Für den Selbstbau benötigen Sie die folgenden Teile:
- Zwei Griffe aus Duplon oder Kork, wie sie im Handel für Angelzubehör oder Rutenbau erhältlich sind, z.B. bei CMW.
- Zwei Carbonrohre mit den Maßen 12/10x1500, z.B. von Exel. Erhältlich in gut sortierten Drachen- oder Bastelläden
- Ein Carbonrohr 10/8x1000
- Zwei Ersatzspitzen für herkömmliche Trekkingstöcke, z.B. von Leki
- Eine kleine Tube Zweikomponentenkleber, z.B. UHU Plus Endfest 300
Zunächst ein paar Worte zu den verwendeten Materialien. Die Spezifikation der Rohrmaße ist meist einheitlich. Es werden angegeben: Außendurchmesser/Innendurchmesser x Länge. Ein Rohr mit 6/4 x 1250 ist also außen 6 mm dick, innen beträgt der Durchmesser 4 mm, und die Länge ist 125 cm. Der Aufbau und die Faserstruktur können jedoch sehr unterschiedlich sein. So genannte „pultrudierte“ Rohre sind technisch am einfachsten herzustellen. Die einzelnene Kohlefasern laufen hier parallel zur Rohrachse und sind in ein Kunststoffträgermaterial eingebettet. Aufwändigere Techniken wickeln verschiedene Schichten der Fasern senkrecht oder diagonal zueinander. Das erlaubt noch dünnwandigere und damit leichtere Rohre, macht sie aber auch anfälliger gegenüber Kerb- und Druckkräften auf die Rohrwand. Für die Trekkingstöcke wurden deshalb die einfachen pultrudierten Rohre verwendet, die wahrscheinlich das beste Preis-Gewichts-Stabilitäts-Verhältnis bieten.
Schneiden Sie zunächst von dem 10/8er Carbonrohr zwei 8 cm lange Stücke ab. Am einfachsten geht das mit einer speziellen Trennscheibe eines „Multitools“ (z.B. Dremel, siehe Bild). Eine feine Handsäge ist aber auch geeignet. Achten Sie hierbei darauf, die Schnittstelle mit etwas Klebeband zu umwickeln, um ein Ausfransen der Rohrenden zu vermeiden.
Aus den kurzen Rohrstücken entsteht eine Verbindungshülse zwischen der Stockspitze und dem Hauptrohr. Mit dem Zweikomponentenkleber werden die beiden kurzen Rohre in die Ersatzspitzen hineingeklebt (Bild). Wenn Sie die Spitzen von Leki verwenden, läßt sich das Rohrstück ca. 2 cm tief in die Spitze hineinstecken. Am einfachsten bestreichen Sie zwei Zentimeter des Rohrendes mit dem Klebstoff und schieben dieses Ende dann langsam unter Drehen bis zum Anschlag in die Spitzenöffnung hinein.
Wenn man will, kann man den Aushärteprozess etwas beschleunigen und gleichzeitig die Festigkeit der Klebeverbindung erhöhen. Dazu nehmen Sie einen Föhn und erwärmen die Klebestelle für einige Minuten. Achten Sie jedoch darauf, dass eine Temperatur von ca. 80°C nicht überschritten wird, da ansonsten das Kohlefasermaterial Schaden nehmen kann.
Das Hauptrohr schneidet man aus dem 12/10 x 1500-Rohr zurecht. Ermitteln Sie zunächst die richtige Stocklänge. Im Gegensatz zu herkömmlichen Trekkingstöcken sind die Carbonstöcke einteilig, d.h. man kann sie nicht zusammenschieben. Der Vorteil hierbei ist das geringere Gewicht (worauf es uns ja ankommt). Nachteilig sind einteilige Stöcke nur bei Reisen (Fluggepäck) oder auf Touren mit Klettereinlagen, wo man die Stöcke am Rucksack befestigen will, um die Hände frei zu haben.
Eine einfache Faustregel für die ideale Stocklänge lautet: Körpergröße x 0,68. Bei den üblichen Körperproportionen entspricht das ungefähr der Länge, bei welcher in aufrechtem Stand mit dem Stock in der Hand Ober- und Unterarm einen rechten Winkel bildet. Wenn Sie die Stöcke auch als Zeltgestänge verwenden wollen, achten Sie auch auf die dafür erforderliche Länge. Eventuell ist hier ein Kompromiss notwendig, damit die Stöcke für Sie und das Zelt passen.
Nachdem Sie das kurze Rohrstück vollständig mit Klebstoff bestrichen haben, wird das Hauptrohr wiederum unter Drehen darübergeschoben, bis die Rohrkante an das obere Ende der Stockspitze stößt (Bild). Wer sichergehen will, dass die Verklebungen maximal stabil sind, reinigt vor dem Auftragen des Klebers die Rohroberflächen mit etwas Alkohol oder Aceton, um Fett- und Ölreste (vom Anfassen mit den Händen) zu entfernen.
Zum Schluß werden die Griffe an die oberen Enden der Hauptrohre festgeklebt. Hier kann man mit dem Zweikomponentenkleber sparsam umgehen und ihn nur ganz dünn auftragen. Die preiswertesten Griffe bestehen aus Kork. Man erhält sie entweder bereits vorgebohrt (achten Sie auf eine 12 mm-Bohrung), oder man stellt sich selbst welche her aus Rohlingen, die man in jedem Angelgeschäft kaufen kann.
Ich selbst bevorzuge Griffe aus so genanntem Duplon, einem angenehm griffigen Kunststoff, der strapazierfähig und wasserfest ist. Passende Duplongriffe mit einem 12 mm-Loch findet man beispielsweise bei CMW (Danke an Andreas Weyel für diesen Tipp). Als Verschluß für die obere Rohröffnung sind Kunststoffkappen geeignet, die man ebenfalls im Handel für Angelzubehör oder Modellbau bekommt.
Nach Aushärten der Klebeverbindungen sind die Carbonstöcke bereit für ihren ersten Einsatz. Aber seien Sie gewarnt. Nach der ersten Wanderung mit Ihren neuen Leichtgewichten werden Ihnen die alten Stöcke bleischwer und klobig wie Wasserleitungsrohre vorkommen. Lassen Sie also die Finger davon, wenn Sie ihre bisherigen Stöcke weiter nutzen möchten. Wenn nicht, dann viel Spaß beim Nachbau.
|
| Kommentare |
am 26. Juli 2006 20:39
Hammer!
Sehr schoene Bauanleitung, die selbst handwerklich unbegabten
Menschen wie mir einfach erscheint :-)
Wir duerfen auf die ersten Praxistests von Nachbauern gespannt
sein.
Noch bin ich in den USA, aber wenn ich erst mal wieder in Deutschland bin, werde ich sicherlich ein Paar basteln.
CU
Carsten |
am 18. Dezember 2006 12:36
Hallo Stefan,
super Anleitung!
Hast Du eigentlich eine ähnlich leicht umzusetzende Idee für Handschlaufen?
Für mich gehören die nämlich unbedingt zu einem Trekkingstock.
Grüße von
Stefan |
am 11. Januar 2007 15:36
Wirklich eine schöne Anleitung die ich in Kürze in die Tat umwandeln werde. Bin noch Neuling und werde bestimmt auch nie der 100%ige Grammfuchser in allen Bereichen, aber ich werde versuchen für mich das Optimum an Gewicht; Komfort und Handlichkeit zu erreichen.
Aus diesem Grund hab ich auch eine Frage. Ich werde mir doe Spitzen von Leki bestellen, die gibt es aber in 2 Varianten (Lang-Kurz), welche wären besser geeignet?
Zudem werden auch Leki Griffe samt Schlaufe an die Stöke kommen, dabei wieder ein kleines Problem, da diese den Lochdurchmesser von 16mm, oder 18 mm haben.
Hat vlt. wer einen guten Tipp wie ich diese auch die dünneren Carbonrohre bekomme, oder lohnt es sich, bzw. gibt es überhaupt die Rohre mit diesem Aussendurchmesser.
Vielen Dank schon im Vorraus. |
am 17. Januar 2007 20:10
@stefN: hab ich auch erst gedacht, vor allem weil ich mich mit meinen alten Stöcken immer voll in die Schlaufen reingehängt hab. Aber für die Carbonstöcke ist mir noch nix gutes eingefallen. Jetzt hab ich mir angewöhnt, sie so zu greifen, dass die Daumen oben auf den Griffenden liegen. Das ist bequem und gibt ganz guten Halt. Vielleicht hat irgendwann jemand anders hier eine schlaue Idee...
@WhitePony: ich hab mal nachgemessen, meine Leki-Spitzen sind 8 cm lang. Weiss nicht, ob das die kurzen oder langen sind. Zum einkleben: vielleicht das Carbonrohr oben mit einem Stück Glasfasermatte umwickeln und dann mit Exopykleber in den Griff einkleben? |
am 24. Januar 2007 17:54
Bei mir liegt die Idee erstmal flach weil ich für mich keine gute Lösung finde.
Die Lekigriffe haben nen Durchmesser von 16, bzw. 18mm. So müsste ich zuviel stückeln um da was nettes hinzubekommen.
Evtl. werde ich aber die 12er nehmen und am Griffende mit etwas GFK umwickel um die nötige Dicke zu bekommen.
Falls das alles scheitert kommen doch die 2, oder 3 Teiligen von Komperdell her. |
am 18. Februar 2007 17:00
Hier ist mein Vorschlag für Schlaufen.
Grüße
stefN |
|
| Schreibe Kommentar |
|
Bitte einloggen, um einen Kommentar zu schreiben.
|
|
|